Mobilfunk: Risiken und Alternativen

So warnen politische Organisationen

Mobilfunk : Risiken und Alternativen

Die Medien, selbst Profiteure des digitalen mobilen Booms, berichten fast nichts von den veröffentlichten Untersuchungen, Warnungen und Forderungen führender Institutionen (BioInitiative Report 2007 und 2012, ICEMS-Monografie, AUVA-Report, RNCNIRP-Resolution und Appell), die europäische Gremien zu Beschlüssen veranlassten:

Das Europaparlament (Beschluss 2008/2211(INI) vom 2. April 2009) fordert die Regierungen zur Grenzwertsenkung auf, weil angesichts der zunehmenden Belastung durch unnatürliche elektromagnetische Felder v.a. Kinder und Schwangere durch die Grenzwerte nicht geschützt sind, es fordert Aufklärungsmaßnahmen für Kinder und Jugendliche, funkfreie Zonen für Elektrosensible. Auch der Europarat fordert 2011 in einem umfangreichen Beschluss eine Vorsorgepolitik mit einem detaillierten Maßnahmenkatalog.

Die International Agency for Research on Cancer (IARC) der Weltgesundheitsorganisation (WHO) stufte 2011 die nicht-ionisierende Strahlung als möglicherweise krebserregend (Gruppe 2B) für den Menschen ein, bezogen auf ein erhöhtes Risiko für ein Gliom, einer bösartigen Form von Hirntumor. An der Untersuchung der IARC haben 31 Wissenschaftler aus 14 Ländern mitgewirkt. Schwedische und israelische Wissenschaftler gehen von einem 2 bis 5 fachen Krebsrisiko für Vieltelefonierer aus. “Viel telefonieren“ ist definiert als eine halbe Stunde täglich!

Sehr bedeutend: Die Europäische Umweltagentur (EUA) nahm im Januar 2013 den Mobilfunk in ihren Risiko-Katalog auf. In der Presseerklärung der EUA heißt es:

„Neue Technologien haben mitunter sehr schädliche Auswirkungen, in vielen Fällen aber werden frühe Warnzeichen unterdrückt oder ignoriert. Der zweite Band von "Späte Lehren aus frühen Warnungen" untersucht spezielle Fälle, bei denen Warnsignale unbeachtet geblieben sind, die in einigen Fällen zu Tod, Krankheit und Umweltzerstörung geführt haben… Der Bericht berücksichtigt auch Warnsignale, die sich aus derzeit gebräuchlichen Technologien abzeichnen, einschließlich Mobiltelefonie, genetisch veränderter Organismen und Nanotechnologie… Der Bericht empfiehlt die breitere Anwendung des "Vorsorgeprinzips", um Gefahren aus neuen und weitgehend ungetesteten Technologien und Chemikalien zu reduzieren.“

Damit hat eine höchste EU-Behörde den Mobilfunk auf die Agenda gesetzt. Der Mobilfunk wird als „emerging issue“ behandelt, d.h. als entstehendes, aufkommendes Risiko eingeordnet. Auf der Anhörung im Umweltausschuss des deutschen Bundestages am 27.02.2013 forderten die unabhängigen Sachverständigen eine Grenzwertsenkung, Regelungen für Endgeräte und eine Vorsorgepolitik. Die SPD-Fraktion war so beeindruckt, dass sie in einer Presseerklärung noch am selben Tag forderte:

„Es wird höchste Zeit, dass die Bundesregierung das Machbare tut, um Bürgerinnen und Bürger vor elektromagnetischer Strahlung zu schützen. Das Vorsorgeprinzip beim Schutz gegenüber elektromagnetischer Strahlung ausgehend von Stromtrassen und Mobilfunkanlagen muss konsequenter angewendet werden.“  Dieser Vorsatz ist im CDU / SPD - Koalitionsvertrag der Großen Koalition vergessen, der ungehinderte Ausbau der digitalen Funk-Netze wird forciert.

Quelle: https://www.diagnose-funk.org/ratgeber/mobilfunk-risiken-und-alternativen/mobilfunk-risiken-und-alternativen/so-warnen-politische-organisationen

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